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Ramadama der Jugendgruppe/Kinderfeuerwehr

 

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               Die Wettkampfgruppe Etzenricht         
                           stellt sich vor                             

 

Entstehung

Ein direktes Gründungsdatum der Wettkampfgruppe kann man nicht niederschreiben. Die Gruppe hat sich eigentlich aus einer Folge von Ereignissen gebildet. Der stellvertretende Kommandant, Michael Roith, erinnert sich, dass im Jahr 2002 ein Gruppenführer auf das Bundesdeutsche Abzeichen aufmerksam machte. Dieses Abzeichen legte damals die Nachbarwehr Rothenstadt ab. Roith erinnert sich, dass er sich, als er den Erzählungen lauschte, dachte, die aus Rothenstadt müssten verrückt sein, sich so etwas anzutun. Die Geschichte geriet wieder in Vergessenheit bis ein Jahr später in Regenstauf ein Mitschüler, der Gruppenführer bei der FFW Mittendorf im Landreis Cham war, schwärmte, wie toll doch das Bundesleistungsabzeichen sei. Wieder an die Sache erinnert und ins Grübeln geraten, beschäftigte sich Roith zwangsweise mit der Sache und es kam ihm immer mehr der Gedanke, ob das wohl mit den Etzenrichtern auch zu machen wäre. Im Herbst 2003 fand ein Gespräch mit dem Kommandanten statt, es wurden zehn Mann für das Projekt Bundesleistungsabzeichen ins Auge gefasst und nach anfänglicher Skepsis, auch von Michael Roith selber, begann er innerhalb der Wehr nachzufragen, wer denn Lust auf das Abenteuer hätte. Abenteuer deswegen, weil das Bundesleistungsabzeichen nichts mit dem bekannten Leistungsabzeichen in Bayern zu tun hat und die Teilnehmer sozusagen vor dem Nichts standen, keiner wusste, was auf sie zukommen würde. Als sich rausstellte, dass einige Jungfeuerwehrleute Interesse hatten, wurde die Wettkampfordnung vom Deutschen Feuerwehrverband bestellt.


 

Vorbereitungen

Nach zusätzlichen Nachforschungen ermittelte der Kommandant Franz Smola, den damals noch Oberpfälzer Wettkampfleiter und jetzt Bereichsleiter vom Fachbereich 11 des BFV, Herrn Karl Diepold, der hauptamtlich bei der FFW Amberg arbeitet. Von ihm erhielt die mittlerweile zusammengestellte Gruppe einen Videofilm über die Bewerbe die in Amberg stattgefunden hatten. Nachdem sich alle die Gruppen und die abgelieferten Zeiten auf dem Film angesehen hatten, konnten sie sich nur schwer vorstellen, dies alles in nur dreieinhalb Monaten einzuüben. Auf dem Video waren Gruppen zu sehen, die einen Löschaufbau nach CTIF in 35 Sekunden fertigbrachten. In den Anfängen wurde der Fehler gemacht und das Bundesleistungsabzeichen immer ein bisschen mit dem bayerischen Abzeichen verglichen bei dem man 180 Sekunden Zeit hat.


Erste Übung

Nicht desto trotz begannen die Teilnehmer im März 2004 mit dem Training für das Abzeichen, Roith bezeichnet es extra als Training und nicht als Übung, da es am Anfang mehr einem Sportwettkampf als einer Feuerwehrleistungsprüfung ähnelte. Als weiterer Ausbilder wurde Thomas Feige gewonnen, der sich hauptsächlich um den Angriffstrupp kümmerte, während sich Michael Roith auf das Kuppeln konzentrierte. Es wurde zwei bis dreimal die Woche am Festplatz trainiert. Wie sich jeder vorstellen kann, ist März nicht gerade ein idealer Monat um für ein Leistungsabzeichen zu üben, es wurde mit Flutlicht gegen die Dunkelheit und mit dicken Jacken gegen die Kälte gekämpft. Mit der Zeit stellten sich dann auch kleine Erfolge ein. Mitte April schaffte es die Gruppe schon innerhalb von einer Minute, fehlerfrei zu kuppeln und den Gesamtaufbau in 100 Sekunden zu erledigen. Im Visier war aber immer der Wert 80 Sekunden, fehlerfrei für den Gesamtaufbau, um eine reelle Chance auf das Bundesleistungsabzeichen in Bronze zu bekommen. Durch die Unterstützung von Karl Diepold aus Amberg, mit dem während dieser Zeit reger Kontakt gepflegt wurde, kam die Gruppe auf eine Zeit von 70 Sekunden für den kompletten Aufbau.


Großes Problem

Das größte Problem stellte sich beim Staffellauf ein, der nach dem Aufbau (ein CM-Stahlrohr diente als Staffelholz) gelaufen werden musste. Der Lauf besteht aus acht mal 50 Meter Strecke. In drei Abschnitte sind Hindernisse eingebaut, eine Art Schwebebalken, eine 1.50 Meter hohe Mauer und ein 8 Meter langes Rohr. Diese Hindernisse kannte die Gruppe leider nur von Bildern. Kurzerhand wurde beschlossen, dass einen Tag früher nach Kappelrodeck, wo der Wettkampf stattfand, gefahren werden sollte, um das schnelle Überwinden der Hindernisse am Vorabend noch üben zu können. Die meiste Mühe machte das Durchspringen des 8 Meter langen Plastikrohres, als mutigster und unerschrockenster sprang Simon Danzer durch das Rohr. Und dann klappte es tatsächlich, unsere Wettkampfgruppe schaffte es das Bundesleitungsabzeichen in Bronze zu erringen. (Zeitungsbericht vom 16.07.2004) Dieser Wettkampf machte alle nicht nur stolz sondern spornte an weiter zu machen und bei weiteren Bewerben teilzunehmen. Mit der Zeit kapierten auch alle, dass der ganze Drill auch bei der herkömmlichen Feuerwehrarbeit nützlich sein wird und die Gruppe fand in der gesamten Wehr immer mehr Rückhalt und Fans. Um auch bei den Wettkämpfen einheitlich aufzutreten, wurden sogar T-Shirts spendiert. (Zeitungsartikel vom 10.02.2005) Mittlerweile war das Wettkampffieber soweit ausgebrochen, dass die Gruppe noch mehr wollte und für den Internationalen Wettbewerb gerüstet schien. Die Anmeldung für den vom 1. - 3. Juli 2005 stattfindenden Wettkampf in Traisen, einem Ort im niederösterreichischen Bezirk Lilienfeld, wurde abgegeben und die jungen Feuerwehrleute der Etzenrichter Wettkampfgruppe qualifizierten sich mit guten Leistungen zur Teilnahme. (Zeitungsberichte vom 23.04.2005 und 03.07.2005) Weitere Vorbereitungen und Trainingseinheiten wurden mit viel Ehrgeiz und Enthusiasmus absolviert um an folgenden Bewerben teilzunehmen. (Zeitungsbericht vom 10.09.2005)

Mit Sicherheit einer der Höhepunkte in der kurzen Zeit des Bestehens der Gruppe war die Teilnahme am 19. Landesleistungsbewerb im südtiroler Sterzing, aus dem die Teilnehmer mit Erfolg zurückkamen. (Zeitungsbericht vom 24.06.2006) Jetzt konnten auch die älteren Kameraden nicht mehr länger untätig zusehen und wollten zeigen, dass auch sie noch zu großen Leistungen fähig sind. Eine Ü-30 Gruppe wurde auf die Beine gestellt und auch hier konnte das Bundesleistungsabzeichen geholt werden. (Zeitungsbericht vom 20.05.2006) Die Begeisterung für jedes Alter und zusätzlicher Ansporn durch die Wettkämpfe, brachte viele Übungen ausserhalb der üblichen für den normalen Feuerwehrbetrieb erforderlichen Einheiten. Die Feuerwehr Etzenricht und die Gemeinde ist stolz auf ihre Kameradinnen und Kameraden, die sich nicht nur auf die erforderlichen Vorbereitungen im Ernstfall beschränken sondern sich vielen neuen Herausforderungen stellen und somit mit ihren Erfolgen als erste Einheit im Landkreis Neustadt, eine Besonderheit darstellen. Ein besonderes Lob gilt hierbei dem stellvertretenden Kommandanten Michael Roith, der durch seine Überzeugungskraft und dem Wunsch nach guten Ergebnissen bei diesen Wettkämpfen, alle ansteckte und mitzog. Ohne seine Vision und den Antrieb wäre es nicht gelungen, so viele und gute Ergebnisse und Auszeichnungen einzustreichen. Die sich selbst gesetzten Ziele innerhalb Deutschlands wurden erreicht aber die noch größeren Erfolge erzielten die Gruppen im Ausland.
 

Sylvia Wallinger für FFW Etzenricht (2006)

 

   
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